UNASHAMED Teil 4: Gottes Souveränität, unsere Verantwortung

21. Februar 2019

Wenn dein Pastor mit einem Koffer auf die Bühne kommt, um zu predigen, dann heißt das… NICHT, dass er verreist, sondern dass er ein wirklich cooles Bild im Gepäck hat – nämlich das vom Koffer: „Jesus nachzufolgen, bedeutet den Koffer aufzumachen und genau reinzuschauen, statt ihn nur an seinen coolen Griffen durch die Gegen zu ziehen.“ Im Umkehrschluss heißt das: Der Griff allein hat wenig Bedeutung, wenn du nicht weißt, was du damit trägst. Solche „Griffe“ finden sich in unserem Leben beispielsweise in Statements oder Klischees, die wir gebetsmühlenartig wiederholen, posten oder uns an die Wand hängen. „The best is yet to come“, das Beste kommt erst noch, ist so ein Klassiker dafür. Was dieser „Griff“ wirklich bedeutet, versteht nur, wer schon einmal durch ein tiefes Tal musste und trotzdem oder gerade deshalb gelernt hat, darauf zu vertrauen, dass Gott noch so viel mehr für einen bereithält.

Im 4. Teil unserer Römerbrief-Serie UNASHAMED gibt uns Dom drei solcher „Griffe“ an die Hand, die sich auf die Kapitel 9-11 des Römerbriefs beziehen. Da du ja auf Zack bist, weißt du an dieser Stelle schon, dass dir diese Griffe (in diesem Fall Überschriften) nur etwas nützen, wenn du dich auch mit dem Koffer (in diesem Fall die genannten Bibelkapitel), der an den Griffen hängt, auseinander setzt. 

Bevor es also weitergeht, lies bitte Römer 9:1-18 

1. Gott beruft uns dazu, Menschen zu dienen, nicht sie zu retten 

In den ersten Versen schreibt Paulus, dass er, wenn es denn etwas nützen würde, es auf sich nehmen würde „verflucht und von Jesus getrennt zu sein“. Radikal. Doch er versteht auch, dass er selbst nicht die Fähigkeit hat, Menschen zu retten, denn das kann nur Gott allein. Seine (und unsere) Verantwortung ist es aber, Menschen zu dienen, indem er Gottes Message in die Welt trägt, auch wenn er dafür so einiges erleiden musste. 

Ganz besonders deutlich wird dieses Prinzip auch an Noah, der die Arche bauen sollte. Gott versprach ihm, ihn zu retten. Doch er musste dafür die Arche bauen – er musste Verantwortung übernehmen und seinen Teil dazutun. 

2. Gottes Versprechungen haben nichts mit unserem Verhalten zu tun 

In den Versen 6-13 in Römer 9 lesen wir, wie Paulus versucht Juden und Nicht-Juden zu gewinnen. Er erklärt, dass Gottes Errettung nicht mit Herkunft oder sozialem Status zu tun hat. 

Nicht alle Nachkommen von Abraham sind wirklich seine Kinder. Denn Gott hatte zu Abraham gesagt: »Nur die Nachkommen deines Sohnes Isaak werden das auserwählte Volk sein.«  Das bedeutet: Nicht alle, die auf natürliche Weise von Abraham abstammen, gehören zu Gottes Volk und damit zu seinen Kindern. Nur der zählt dazu, wer – so wie Isaak – Gottes Zusage hat.

Römer 9:7-8

An dieser Stelle ein kleiner Exkurs zu Abrahams Familiengeschichte: Als Abraham 75 war, versprach ihm Gott, er würde Nachkommen haben. Bis es soweit war, musst Abraham erst mal 100 Jahre alt werden. Sein Sohn Isaak heiratete Rebekka, die beiden bekamen 2 Söhne: Jakob und Esau, über die Gott sagte: „Der Ältere wird dem Jüngeren dienen.“

Noch ehe ihre Söhne Esau und Jakob geboren waren, das heißt, noch ehe sie etwas Gutes oder Böses getan haben konnten, hatte Gott zu ihr gesagt: »Der Ältere wird dem Jüngeren dienen.« Damit gab Gott ganz klar zu erkennen, dass seine Zusagen ausschließlich auf seinem Willen beruhen; sie sind also ein unverdientes Geschenk und nicht von den Leistungen des Menschen abhängig. 

Römer 9:11-12

Und es kam, wie Gott gesagt hatte: Esau musste Jakob dienen, denn er hatte, als er einmal besonders hungrig war, sein Geburtsrecht gegen eine Suppe an Jakob verkauft. Ist es nicht verrückt, mit was Leute sich zufrieden geben, wenn sie hungrig sind? Und damit ist nicht nur ein knurrender Magen gemeint… 

Diese Verse in Römer 9 zeigen deutlich, was unser 2. „Griff“ bedeutet: Wenn du Gottes Verheißungen für dein Leben einnehmen möchtest, musst du bereit sind, mit ihm durch harte und manchmal sehr lange Zeiten gehen, so wie Abraham das tat. Und: Das Beispiel von Jakob und Esau zeigt, dass Gott zu dem steht, was er schon vor unserer Geburt versprochen hat. 

3. Gott wird dich gebrauchen, ob du das gut findest oder nicht 

Die Story von Jakob und Esau wirft eine Frage auf: Ist Gott etwa ungerecht? „Auf keinen Fall“ antwortet Paulus darauf (Römer 9:14). 

Denn Gott hat einmal zu Mose gesagt: »Ich erweise meine Gnade, wem ich will. Und über wen ich mich erbarmen will, über den werde ich mich erbarmen.« Entscheidend ist also nicht, was jemand sich vornimmt und wie sehr er sich anstrengt, sondern dass Gott sich über ihn erbarmt.

Römer 9:15-16 

In den folgenden Versen gibt und Paulus das Beispiel vom Pharao, in dessen Haus einst Moses gedient hatte. Der Pharao war ein ganz und gar fürchterlicher Mensch mit einem schrecklich harten Herz, aber Gott hat ihn gebraucht:

»Ich habe dich nur deshalb als König über Ägypten eingesetzt, um an dir meine Macht zu zeigen und meinen Namen in der ganzen Welt bekannt zu machen.« 

Römer 9:17

Wie lässt du dich von Gott gebrauchen? Vielleicht glaubst du, dass du für Gott nicht gut genug bist oder dass zu viel Schlechtes auf deinem Leben lastet. Doch das ist für Gott nicht entscheidend. Wenn du unsere drei „Griffe“ aufmerksam gelesen hast, dann weißt du, dass Gott uns nicht nach unserem Handeln auswählt. Doch wir können Verantwortung übernehmen für die Versprechen, die er uns gibt. 

Wie groß ist doch Gott! Wie unendlich sein Reichtum, seine Weisheit, wie tief seine Gedanken! Wie unbegreiflich für uns seine Entscheidungen und wie undurchdringlich seine Pläne! Denn »wer kann Gottes Absichten erkennen? Oder wer hat ihn je beraten?« »Wer hat Gott jemals etwas gegeben, das er nun von ihm zurückfordern könnte?« Denn alles kommt von ihm, alles lebt durch ihn, alles vollendet sich in ihm. Ihm gebühren Lob und Ehre in alle Ewigkeit! Amen.

Römer 11:33-36


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