Jona – Surprised By Grace: Vom Wal zum Wurm

Das vierte und letzte Kapitel des Buchs Jona zeigt uns, wer er wirklich ist: Ein Mensch, der Gott immer und immer wieder unterschätzt hat.

Was Jona bis jetzt erlebt hat, kannst du hier noch einmal nachlesen.

Nachdem Gott die Stadt Ninive verschont hatte, ist Jona höchst verärgert. Er verlässt die Stadt und baut sich außerhalb ein Laubdach, unter dessen Schatten er beobachtet, was mit Ninive geschieht.

Jona 4, 6-7 Da ließ Gott, der Herr, eine Rizinusstaude über Jona hochwachsen. Sie sollte ihm noch mehr Schatten geben und seinen Missmut vertreiben. Jona freute sich sehr über die Pflanze. Doch am nächsten Morgen kurz vor Sonnenaufgang ließ Gott einen Wurm die Wurzeln des Rizinus zerfressen, und die Staude wurde welk und dürr.

Hinzu kam ein glühend heißer Wind, der schließlich zu Jonas Zusammenbruch führte und er wünschte sich, zu sterben.

Jona 4, 9-11 Da fragte ihn Gott: »Ist es recht von dir, wegen dieser Rizinusstaude so zornig zu sein?« Jona antwortete: »Mit vollem Recht bin ich wütend, am liebsten wäre ich tot!« Der Herr entgegnete: »Du hast dich mit dieser Staude keinen Augenblick abmühen müssen, nichts brauchtest du für sie zu tun. In einer Nacht ist sie gewachsen, und in der nächsten ging sie zugrunde. Trotzdem hättest du sie gerne verschont. Ich aber sollte Ninive nicht verschonen, diese große Stadt, in der mehr als 120.000 Menschen leben, die Gut und Böse nicht unterscheiden können, und dazu noch so viele Tiere?«

In drei Bereichen hat Jona Gott unterschätzt beziehungsweise sich in ihm getäuscht:

1. Gottes Unterbrechungen sind keine Störungen, sondern Einladungen

Gott hat Jona eingeladen, Teil seines Plans zu sein – aber Jona fühlte sich zunächst nur gestört. Doch dank dieser „Störung“ füllt Jonas Geschichte heute ein ganzes Kapitel in der Bibel – und das das hat Auswirkungen bis heute: Dom berichtete uns von einem Pastor aus Bagdad, der für seinen Glauben und sein Handeln tagtäglich einen hohen Preis zahlt und ständig um sein Leben fürchten muss. Ein Großteil der Gemeinde dieses Pastors vom aus Ninive im heutigen Iran.

Obwohl uns vielleicht bewusst ist, dass Gottes Bestimmung für uns nicht zu unserer, sondern zu seiner Ehre ist, haben wir ein grundsätzliches Problem: Wir mögen keine Unterbrechungen. Doch genau genommen, unterbricht Gott nicht uns, sondern umgekehrt: Er schreibt Geschichte mit uns und deshalb unterbrechen wir SEINE Story, wenn wir in die falsche Richtung laufen. Also: Lass Gott dein Leben „unterbrechen“.

2. Gottes Gnade ist für jeden Menschen

Jona wurde in Ninive Zeuge einer unglaublichen Erweckung. Und doch fand er es nicht richtig, dass Gott die Stadt verschonte. Jona war zornig und verachtete die Menschen in Ninive – er gönnte ihnen Gottes Gnade nicht. Umgekehrt fällt auf, dass Jona im Bauch des Fisches offenbar keinerlei Probleme damit hatte, Gottes Gnade anzunehmen. Andere zu verurteilen ist eine Sünde, die uns von Gott trennt.

Du kannst den Willen Gottes haben, ohne sein Herz zu haben. 

Jona hat Gottes Gnade nicht verstanden. Er wusste sehr wohl, dass Gott gnädig ist – jedoch nicht warum. Gottes Gnade ist für alle Menschen – ganz besonders für die, von denen du denkst „hier ist der Zug längst abgefahren“. Gott liebt Menschen, weil er nicht anders kann. Gott ist Liebe. Deshalb sollten wir Gnade nicht als Prinzip verstehen, sondern als etwas, wovon wir abhängig sind. Wir brauchen Gottes Gnade in unserem Leben – jeden Tag.

3. Gottes Versorgung ist nicht abhängig von unseren Wünschen

Gotte ließ für Jona die schattenspendende Rizinusstaude wachsen, damit er sich daran erfreuen und den kühlen Schatten genießen konnte. Jona hatte nicht darum gebeten und doch machte ihn die Staude glücklich. Als die Pflanze dann, vom Wurm zerfressen, welk und dürr wurde, wollte Jona sterben – so unglücklich war er. Er hatte keinerlei Perspektive oder Freude, obwohl er erst kurz zuvor Zeuge davon wurde, wie gnädig Gott mit den Tausenden Menschen in Ninive war, die von ihrem falschen Weg umkehrten.

Gott gibt dir nicht nur Dinge oder Aufträge, die dir gefallen – denn dein Wunsch steht nicht im Vordergrund. 

Deshalb erinnere dich, wenn du dich das nächste Mal von Gott gestört fühlst: Seine Unterbrechungen sind keine Störung – sondern eine Einladung. Sei offen und gib Gott die Chance, dein Leben zu unterbrechen.

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