JESUS – Gastpredigt von Renke Bohlen

Das Zentrum einer jeden Kirche sollte kein Pastor, kein Team, nicht die Lehre oder die Anbetung sein, sondern Jesus! Genau über dieses Thema predigte Renke Bohlen von der Kirche im Pott am vergangenen Sonntag. Jesus ist nicht nur Renke’s persönliches Lieblings-Predigt-Thema, sondern auch das beste Thema, über das wir zwei Wochen vor Ostern sprechen können.

Zu Beginn richteten wir unsere Aufmerksamkeit auf den 1. Johannesbrief: Dieser Brief wurde von Johannes dem Evangelisten an eine Gemeinde verfasst, von der ihm nichts Gutes zu Ohren kam. Dementsprechend wurde auch der Brief von Ihm relativ kühl und knapp verfasst, ja ich würde sogar sagen, er war fassungslos in Bezug auf den Umgang der Gemeinde mit Jesus. Johannes kam ohne Umschweife direkt zum Punkt und sparte sich übriges Geplänkel wie etwa eine Einleitung, denn er war mehr als erzürnt! Die Gemeinde, an die er schrieb, wurde basierend auf Jesus Christus gegründet, jedoch sah die aktuelle Situation der Gemeinde zwischenzeitlich ganz anders aus. Johannes hatte mitbekommen, dass Jesus Christus einigen Gemeindemitgliedern zu „wenig“ war! Sie wollten mehr – mehr Wissen, mehr Erkenntnisse, mehr spirituelle Erlebnisse und fühlten sich in ihrer „verkopften Art“ auch noch bestätigt. Johannes jedoch, dem Jesus ein guter Freund gewesen war, verstand die Welt nicht mehr und so schreibt er ihnen Folgendes:

1. Johannes 1-4, HfA: Das Wort, das zum Leben führt, war von Anfang an da. Wir haben es selbst gehört und mit eigenen Augen gesehen, ja, wir haben es angeschaut und sogar mit unseren Händen berührt. Dieses Leben ist offenbar geworden. Wir haben es gesehen und können es bezeugen. Deshalb verkünden wir die Botschaft vom ewigen Leben. Es war bei Gott, dem Vater, und hat sich uns gezeigt. Was wir nun selbst gesehen und gehört haben, das geben wir euch weiter, damit auch ihr mit uns im Glauben verbunden seid. So haben wir Gemeinschaft miteinander und zugleich mit Gott, dem Vater, und mit seinem Sohn Jesus Christus. Wir schreiben euch das, damit wir uns von ganzem Herzen freuen können

Johannes appelliert hier an seine Brüder und Schwestern, sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen, nämlich auf Jesus. Das war jedoch gar nicht so einfach, denn die Gemeinde hat in ihrer theoretischen, nüchternen Art und Weise das Wichtigste aus dem Konzept bzw. der Person Jesu entfernt, nämlich die Beziehungsebene. Johannes spricht zu der Gemeinde als jemand, der Jesus wahrhaftig kennen und lieben gelernt hat. Er war von Anfang an dabei, er hat mit Jesus gegessen, erlebt wie er Menschen geheilt hat und am Ende für die Menschheit am Kreuz gestorben ist. Deshalb appelliert er heftig an die Gemeinde, Jesus wieder ins Zentrum zu nehmen und nicht auf die rein wissensbasierte Lehre zu setzen, durch die sich schlussendlich der Fokus weg von Jesus verschiebt.

Damit wir uns dessen stets bewusst sind, hat Renke uns vier einfache Punkte mit an die Hand gegeben.

Jesus ist real

Wir bauen keine Kirche, um ein wenig Gemeinschaft zu haben, anzubeten oder uns einfach um unserer selbst Willen engagieren zu können. Nein! Wir bauen Kirche, weil Jesus real und mitten unter uns ist. Er ist der Erste, der morgens aufsteht und schon beim Frühstück, auf der Arbeit oder in der Schule auf uns wartet. Egal wohin wir gehen, Jesus ist an unserer Seite, er liebt uns und er möchte uns mit allen Mitteln unterstützen. Desto unverständlicher ist es für Johannes, dass sich Menschen mehr mit der Wissenstheorie beschäftigen als mit dem realen Jesus. Denn seien wir doch mal ehrlich, unsere Lebenszeit auf dieser Erde ist verschwindend gering im Gegensatz zur Ewigkeit. Und trotzdem verleihen wir diesem „Schnipsel“ Leben viel mehr Gewicht als nötig, anstatt unser Leben auf die Ewigkeit zu fokussieren. Denn hier schließt sich wieder der Kreis, der einzige Zugang zur Ewigkeit ist und heißt Jesus Christus! Jesus Christus ist heute schon real und deshalb sollten wir unbedingt jetzt schon mit ihm leben! Johannes formuliert es im späteren Verlauf noch etwas verständlicher:

1. Johannes 14, HfA: Das Wort wurde Mensch und lebte unter uns. Wir selbst haben seine göttliche Herrlichkeit gesehen, eine Herrlichkeit, wie sie Gott nur seinem einzigen Sohn gibt. In ihm sind Gottes Gnade und Wahrheit zu uns gekommen.

Jesus wird nicht realer, wenn du mehr weißt oder erlebst

Seinen Horizont zu erweitern und stetig Neues dazu zulernen ist immer erstrebenswert und in unserer Welt auch notwendig, allerdings macht es Jesus für dich nicht realer. Manchmal kann es genau das Gegenteil bewirken und dich weiter von ihm wegbringen. Denn sei dir immer bewusst: Jesus ist da, ganz gleich was du machst oder wonach du dich sehnst, Jesus ist anwesend!

Das Wichtigste ist: Verbundenheit

Es gibt unzählige Bücher, Schriften und Aufzeichnungen von rechts nach links außen über Theorien und Interpretationen wie man die Bibel oder deren Inhalte auslegen kann/könnte, es werden endlose Diskussionen geführt über diese Art der Wissenstheorie, jedoch verlieren wir dabei allzu schnell das Wichtigste wieder einmal aus den Augen: Jesus! Das Wichtigste für Jesus ist die Verbundenheit mit dir, nicht die Theorie.

1. Johannes 1,3 HfA: Was wir nun selbst gesehen und gehört haben, das geben wir euch weiter, damit auch ihr mit uns im Glauben verbunden seid.

Warum schreibt Johannes dies alles? Weil er das Wesentliche erkannt hat, dass wir im Glauben an Jesus Christus miteinander verbunden sind! Deshalb ist die Gemeinde auch unabdingbar für das Leben eines Christen. Es gibt immer wieder Christen, die dies in Frage stellen, weil sie sagen es gibt Orte (z.B. der Strand) an dem Gott mir wesentlich näher ist als in der Gemeinde. Den Punkt, den die Meisten jedoch außer Acht lassen, ist der, dass dir der Strand keine Gemeinschaft und Verbundenheit in schweren Zeiten zu Teil werden lässt, er korrigiert deinen Kurs auch nicht, wenn du einen blinden Fleck in deinem Leben hast. Für diese Punkte braucht der Mensch die Gemeinschaft mit Gleichgesinnten. Und trotzdem wird mir jeder zustimmen, wenn ich sage, Menschen sind anstrengend, zum Teil können Sie sogar echt nerven – ich bin dafür wahrscheinlich ein recht gutes Beispiel. Aber wisst ihr, wir glauben, die Gemeinde ist der einzige Ort, an dem Jesus auf unvergleichbare Art und Weise Freiheit entfalten kann, weil wir miteinander im Glauben verbunden sind, weil wir uns zusammen dieser Welt stellen und weil wir ein gemeinsames Ziel haben. Mit Gottes Hilfe diese Welt zu einer besseren zu machen. Deshalb schreibt Johannes: lasst uns doch bitte verbunden bleiben und unsere Meinungsverschiedenheiten nicht über unseren Glauben stellen. Lasst uns zusammen erleben was es heißt, mit Gott und seinem Sohn Jesus Christus verbunden zu sein, denn das ist das Wesentliche.

Dom und Sarah haben die KCC nicht gegründet damit wir mehr Wissen erhalten oder damit wir die neusten moralischen Erkenntnisse in die Welt hinaustragen.  Sie haben die KCC gegründet, weil Jesus real ist, du ihn erfahren darfst und mit ihm bis in alle Ewigkeit verbunden bleiben kannst! Jesus reicht dir die Hand und möchte dein bester Freund sein!

In unserer Gesellschaft werden Beziehungen oder Freundschaften oft als Tauschgeschäft angesehen. Was bekomme ich, wenn ich dich heirate oder was springt für mich dabei raus, wenn ich regelmäßig die KCC besuche? Da ich es nicht weiß, kann ich es dir auch nicht verraten, aber was ich weiß ist, dass Jesus kein Tauschgeschäft für uns eingegangen ist, sondern er hat mehr gegeben als wir jemals zurückzahlen könnten. Alles nur um mit uns verbunden zu sein und damit wir ein freundschaftliches Verhältnis zu ihm haben können! Wie großartig ist unser Gott?!

Johannes 15, 14-15, HfA: Und ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch aufgetragen habe.Ich nenne euch nicht mehr Diener; denn einem Diener sagt der Herr nicht, was er vorhat. Ihr aber seid meine Freunde; denn ich habe euch alles anvertraut, was ich vom Vater gehört habe.

Jesus sucht Freunde – findet er auch einen Freund in Dir?

Pure Freude

Wenn nicht wir Christen ein Leben in vollkommener Freude führen, wer sollte es stattdessen leben? Wir haben das Privileg, ein Leben in tiefer Freundschaft mit dem himmlischen Vater leben zu dürfen, dem Schöpfer des Universums. Gott steht hinter uns und stärkt uns den Rücken, ein wahrer Freund. Das Leben hat natürlich trotzdem noch Höhen und Tiefen, jedoch kannst du mit der Verbundenheit zu Jesus und der daraus resultierenden Freundschaft anders damit umgehen. Das Problem mit uns Menschen ist nur, dass unsere Freude meist von äußeren Umständen abhängt oder zumindest beeinflusst wird. Sei es das gewonnene Fußballspiel oder der Start einer neuen Staffel meiner Lieblingsserie. Sobald der Auslöser für unsere Freude abebbt ist auch unsere Freude verflogen, genau hier setzt Johannes an und sagt meine Freude ist vollkommen und zwar bis in alle Ewigkeit, weil in meinem Inneren etwas Göttliches lebt!

Lukas 10, 23-24, HfA: Zu seinen Jüngern sagte Jesus dann: »Ihr könnt euch wirklich glücklich schätzen, dass ihr dies alles seht und erlebt. Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige hätten gern gesehen, was ihr seht, und gehört, was ihr hört. Aber die Zeit war noch nicht da.

Wir dürfen Jesus tag täglich erleben, eine freundschaftliche Beziehung mit ihm führen. Halte dir immer vor Augen, dass deine Beziehung zu Gott nicht davon abhängt ob du deinen Glauben genauso lebst wie andere Menschen. Deine Beziehung zu Ihm hängt einzig und allein von deiner Liebe und Annahme ab. Wenn dein Leben auf weltliche Dinge wie Job, Hobbys oder auch Beziehungen fokussiert ist, dann wird dich das auf Dauer nicht glücklich machen. Bleibe mit Gott verbunden und verharre in eurer freundschaftlichen Beziehung, denn du darfst sein wie du bist, weil Gott dich bedingungslos angenommen hat.

 

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