DER BAUVERTRAG – GASTPREDIGT VON STEPHEN MATTHEW

Auch wenn der Titel es vermuten lässt: Hier geht es nicht um einen Bauvertrag, den wir mit Füller und Tinte unterzeichnen müssen. Mit seiner Predigt hat uns Stephen Matthew vor allem dazu inspiriert, eine Herzensentscheidung zu treffen: Dafür, dass wir als eine Kirche mit einer Vision gemeinsam als lebendige Steine Gottes Haus bauen. Damit uns das gelingt, brauchen wir eine Art Vereinbarung oder anders gesagt: Einen Bauvertrag, der für alle an diesem Werk Beteiligten gilt.

Dieser „Vertrag“ ist praktischer Weise recht übersichtlich und enthält nur drei wesentliche Vereinbarungen. Das Buch Nehemia im alten Testament liefert uns dafür entscheidende Hinweise. Deshalb wollen wir zunächst kurz anschauen, wer Nehemia war und was er tat:

Nehemia lebte zu seiner Zeit in Babylonien, wo er dem König diente. Doch sein eigentliches Zuhause war Jerusalem, das zu diesem Zeitpunkt komplett zerstört war. Diese Tatsache machte Nehemia unendlich traurig. Er weinte, fastete und betete intensiv um seine Stadt. Der babylonische König sah seine missliche Lage und stimmte zu, dass Nehemia nach Jerusalem reiste, um die Stadt wieder aufzubauen. Nehemia machte sich ans Werk und es dauerte nur 52 Tage, bis die Stadtmauer und ihre Tore wieder errichtet waren. Er hatte bei diesem gewaltigen Vorhaben zweifellos Gott auf seiner Seite – und natürlich Gleichgesinnte. Doch was war ist das „Erfolgsgeheimnis“ für sein Gelingen?

Damit sind wir zurück bei unserem Bauvertrag und seinen drei Paragraphen:

1. Wir alle fühlen, was Gott fühlt

Die Menschen, die mit Nehemia gemeinsam am Wiederaufbau der Stadtmauer arbeiteten, fühlten, was Gott fühlt. Auch wenn sie sich vielleicht nicht immer „danach fühlten“ Tag für Tag hart und körperlich zu arbeiten, so fühlten sie doch in ihrem tiefsten Inneren, welche große Bedeutung es hat, Gottes Stadt aufzubauen. Das hat die Menschen verbunden.

Wenn wir heute Kirche bzw. Gottes Haus bauen wollen, brauchen wir ein ganz ähnliches Agreement: Wir müssen Jesus’ Mitgefühl und Liebe für die Menschen spüren – und das ist deutlich mehr als eine offenkundige Emotion. Wenn wir fühlen, was Gott für die Menschen in unserer Kirche, in unserer Stadt und darüber hinaus fühlt, treibt uns das Tag für Tag an, den Bau voran zu bringen.

2. Wir engagieren uns gemeinsam für den Bau

Die Kirche kann nur so groß werden wie unser Glauben. Gott gebraucht dazu nicht außergewöhnlich talentierte, erfolgreiche oder selbstbewusste Menschen. Ganz im Gegenteil: Wenn wir das dritte Kapitel von Nehemia lesen stellen wir fest: Es handelt sich um eine Liste derjenigen, die mitgearbeitet haben. Hier arbeiteten Männer und Frauen aus unterschiedlichsten Berufen Hand in Hand zusammen, unabhängig von ihren Vorkenntnissen. Und noch etwas fällt in diesem Kapitel besonders auf: Alle arbeiteten nebeneinander – keiner machte sein eigenes Ding, keine Lücke tat sich auf. Das müssen wir uns bewusst machen: Jesus braucht jeden einzelnen lebendigen Stein, für jeden gibt es etwas zu tun.

3. Wir werden auf Gottes Wort als Einheit antworten

Wenn Gott spricht, dann sind wir „all in“. Wir erledigen nicht einfach nur ein Projekt und haken es ab. Vielmehr sind wir als eine Kirche immer bereit, darauf zu hören und zu vertrauen, was Gott mit uns vor hat. In Nehemia, Kapitel 8, lesen wir, wie hungrig die Menschen in Jerusalem nach Gottes Wort waren. Sie wollten lernen und immer besser verstehen, wie sie nach Gottes Wort handeln können. Die Haltung benötigen wir ebenfalls, wenn wir sein Haus bauen. Denn dieser Bau ist eine Lebensaufgabe, der wir mit Hingabe und Bereitschaft begegnen müssen. Und das lohnt sich: In Kapitel 8, Vers 17 heißt es „Nun aber feierten sie mit großer Freude.“ Die Menschen in Jerusalem hatten erkannt, was das Wort Gottes für ihr Leben bedeutet, wie sie als Einheit darauf antworten und welch großartige Auswirkung dies auf ihre wieder aufgebaute Stadt hat.

Wenn wir uns entscheiden, Gottes Reich zu bauen, wird er seinen Teil dazu tun. Damit wir unseren Teil leisten können, brauchen wir eine Art Bauvertrag mit drei Vereinbarungen: Wir fühlen, was Gott fühlt. Wir engagieren uns gemeinsam und antworten als Einheit auf Gottes Wort. Bist du dabei?

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