Ein Leben voller Segen: Großzügigkeit

3. Oktober 2019

„Wenn unser Herzer glauben will, schaltet sich unser Verstand ein und will verstehen. Und unser Herz und unser Verstand widersprechen sich ständig.“ Und genau aus diesem Grund ist Großzügigkeit auch manchmal so schwer zu verstehen. „Großzügigkeit macht keinen Sinn.“ sagte Sarah zu Beginn ihrer Predigt und führte uns ein außergewöhnliches Beispiel von Großzügigkeit vor Augen – das wir selbstverständlich in der Bibel finden ;)

Bitte lies Markus 14:1-9.

Kurz vor dem Passahfest und nur kurze Zeit vor Jesus‘ Kreuzigung ist er in Betanien, wo er mit seinen Jüngern im Haus von Simon zu Gast ist. Während sie essen, kommt eine Frau herein und gießt eine Flasche mit kostbarem, reinen Nardenöl über Jesus‘ Kopf aus um ihn zu salben. Die Gäste am Tisch sind entsetzt, denn dieses Öl ist so viel wert wie ein Jahresgehalt. Sie können diese Art von Großzügigkeit nicht verstehen. „Man sollte es verkaufen und den Armen Gutes tun“ brummen sie entrüstet. Doch Jesus sagt:

»Lasst sie in Ruhe! Warum macht ihr der Frau Schwierigkeiten? Sie hat etwas Gutes für mich getan. Arme, die eure Hilfe nötig haben, wird es immer geben. Ihnen könnt ihr helfen, sooft ihr wollt. Ich dagegen bin nicht mehr lange bei euch. Diese Frau hat getan, was sie konnte: Mit diesem Salböl hat sie meinen Körper für mein Begräbnis vorbereitet. Ich versichere euch: Überall in der Welt, wo Gottes rettende Botschaft verkündet wird, (auch in 2019 in Köln) wird man auch von dieser Frau sprechen und von dem, was sie getan hat.«

Markus 14:6-9

Die Geschichte von der überschwänglichen Großzügigkeit dieser Frau findet sich in allen 4 Evangelien, so bedeutsam ist diese Handlung. Und doch können wir es Jesus‘ Jüngern nicht verübeln, dass sie dafür kein Verständnis aufbrachten, oder? Die Kreuzigung und Wiederauferstehung von Jesus hatten sie noch nicht erlebt, so wussten noch nicht, dass Gott das Größte und Wertvollste für uns geben würde. Doch wenn wir ganz ehrlich sind: Können wir uns nicht auch ein wenig mit dem Unverständnis der Jünger identifizieren? „Wenn du Gott ein überschwänglich großzügiges Geschenk machst, wird es nicht passieren, ohne dass dein Verstand die Alarmglocken läuten lässt. Ohne dass dir kurz schwarz vor den Augen wird oder ohne dass du kurz schwitzige Hände bekommst – du wirst es zumindest hinterfragen.“ sagte Sarah und sprach damit aus ganz eigener Erfahrung.

Was also hat die Frau, die hier im Markus Evangelium erwähnt wird, zu solch einer unbeschreiblichen Großzügigkeit bewegt? Wie bereits erwähnt: Ihre Story ist so bedeutsam, dass sie sich in allen 4 Evangelien wiederfindet. Lasst uns also der Sache auf den Grund gehen: Im Johannes Evangelium finden wir heraus, dass es sich um Maria handelt! Maria ist die Frau, die Jesus‘ Wirken und Gottes Wunder hautnah erlebt hatte – denn Jesus hat ihren Bruder, der 4 Tage tot war, lebendig gemacht und geheilt. Sie hatte Seine Gnade und Liebe verspürt. An diesem Tag in Betanien wusste sie: Hier sitzt das Lamm Gottes, dass geopfert würde. Und plötzlich wurde Großzügigkeit zu ihrem Vorrecht. Die Jünger dachten (und wir, wenn wir ehrlich sind, denken das auch heute von Zeit zu Zeit): Diese Großzügigkeit macht keinen Sinn. Doch was macht noch viel weniger Sinn? Dass Gott seinen Sohn, das makellose Lamm opfert, um uns von unserer Schuld freizukaufen. Finde dafür mal eine rationale Erklärung…

An Großzügigkeit gibt es noch mehr, das keinen Sinn macht. Bitte lies Matthäus 21:1-11. Diese Passage trägt die Überschrift „Jesus wird als König empfangen“ und beschreibt, wie Jesus kurze Zeit nach dem Passahfest in Jerusalem Einzug hält. Hierfür lässt er sich, so lesen wir es in Matthäus 21, von seinen Jüngern eine Eselin und ihr Fohlen bringen, denn darauf wird er nach Jerusalem reiten. Um präzise zu sein: Er reitet auf einem geliehenen Esel nach Jerusalem. Er hat die Tiere nicht genommen, weil er Gott ist und sie ihm sowieso gehören – nein, er hat seine Jünger angewiesen, auf Rückfragen der Besitzer zu antworten: „Der Herr braucht sie.“

Jesus reitet auf dem Rücken der Großzügigkeit ganz normaler Menschen in die Stadt hinein, wo er als König empfangen wird. Das macht keinen Sinn und doch ist es so. Welches großzügige Geschenk kannst du Jesus geben, wenn er dich darum fragt? Ist es deine Zeit? Sind es deine Talente? Ist es etwas von deinen Finanzen? In der Bibel steht, dass Gott nach großzügigen Menschen sucht, um ihnen die Reichtümer des Himmels anzuvertrauen. Was sind diese Reichtümer? Ein schicker Porsche vielleicht? Nein, natürlich nicht! Es sind Menschen. Menschen, die heil werden dürfen. Menschen, die Versöhnung erfahren dürfen. Menschen, die Gemeinschaft erleben dürfen.


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