Dienende Leiterschaft ist unsere Identität

24. Oktober 2019

Für unseren Campus Dellbrück hatte Dom am vergangenen Sonntag eine Message, die ihm schon lange auf dem Herzen lag: „Wir verändern diese Stadt durch unsere dienende Haltung. Gott möchte nicht, dass wir stehen bleiben – sondern, dass wir Pioniere sind und neues Land einnehmen. Denn: Die wichtigsten Menschen in unserer Kirche sind die, die noch nicht da sind.“

“Jeder kann großartig sein, weil jeder dienen kann. Du musst keine Universitätskarriere haben, um zu dienen … Du musst nur ein Herz voller Gnade haben. Eine durch Liebe erzeugte Seele.”

Martin Luther King

Bitte lies Markus 9:33-34.

„Wer der Erste sein will, der soll sich allen unterordnen und ihnen dienen.“ sagt Jesus hier seinen Jüngern, die sich darüber gestritten hatten, wer von ihnen der Wichtigste sei. Als Christen lesen wir diese Aussage oft einseitig, mit Fokus auf das Dienen. Doch auch der erste Teil des Satzes ist wichtig: Es ist gut, der Erste sein zu wollen, denn Gott möchte, dass du die beste Version deiner selbst bist. Und der Weg zur besten Person, die wir sein können, ist Dienen! Dom verdeutlichte das anhand von 4 Symbolen:

Pfanne

Bitte lies Johannes 21:4-13. Das ist eine erstaunliche Story: Jesus, der gerade am Kreuz den Tod besiegt hatte, steht am Strand und macht Frühstück für seine Jünger. Hätte er zu diesem Zeitpunkt nicht so viel Wichtigeres zu tun gehabt? Etwa seine Jüngern mit prophetischen Worten und Weisheiten für ihren Dienst auszurüsten? Warum also? Wie wäre es damit: Weil sie Hunger hatten. Sie hatten die ganze Nacht gefischt und brauchten kein Wort oder Weisheit, sondern ganz einfach ein Frühstück. Und denkt daran: Jesus hat dieses Frühstück nicht herbei gezaubert. Er hat es zubereitet. Dazu brauchte Jesus keine großen Worte, denn es waren nur seine Jünger anwesend, nicht etwas 5.000 Leute. Doch die Sache ist die: Viele von uns würden eher zu einem Event mit 5.000 Menschen gehen, als hinter den Herd, um sich für wenige die Hände schmutzig zu machen. Aber da, wo do dich auf ein paar wenige Menschen in deinem Umfeld fokussierst, brauchst du kein Wunder, sondern nur einen Tritt in den Hintern, um aktiv zu werden.

„Find a need and fill it!“ (Such die Bedürfnisse und stille sie) sagte Dom und erklärte: „Wir fangen an, Menschen zu dienen, wenn unser Herz weich wird und wir die Welt mit Jesus‘ Augen sehen.“ Denn Mitleid ist eben nicht nur ein Gefühl, sondern eine Handlung. Eine Handlung, die deinen Alltag unterbricht, die dich etwas kostet. „Es geht nicht darum, dass wir weniger von uns denken, sondern darum, weniger über uns nachzudenken!“

Handtuch

Bitte lies Johannes 13:3-5 und 12-14. In dieser Story wäscht Jesus seinen Jüngern die Füße und trocknet sie mit einem Tuch ab. Ganz egal, ob du den Gedanken, dass ein anderer dir die Füße wäscht, gerade angenehm findest: Es ist ein unglaublich starkes Symbol für einen dienende Haltung. Wenn du Christ wirst, bekommst du auch ein (symbolisches) weißes Handtuch und die Frage ist: Was machst du mit deinem reinen, weißen Handtuch? Legst du es sorgfältig gefaltet und wohlduftend in den Schrank? Oder benutzt du es, bis es schmutzig und löchrig ist? „Wenn ich eines Tages vor Jesus stehe, dann möchte ich ihm ein Handtuch zurück geben, dass benutzt wurde – und zwar so richtig.“ sagte Dom und betonte: „Your Gift ist not your Purpose.“ (Deine Gabe ist nicht deine Bestimmung.) Vielleicht hat Gott dich mit einer grandiosen Singstimme gesegnet – das heißt aber noch lange nicht, dass Singen auch deine Bestimmung ist. Das könnte genauso gut Abwaschen sein. Das Motiv von dienender Leiterschaft ist Liebe!

Licht & Besen

Bitte lies nun noch Lukas 15:8-10. Das Gleichnis von der verlorenen Münze verrät uns so viel darüber, wie sehr Gott uns liebt: So sehr nämlich, dass er sich bis ganz nach unten beugt und in jeder Ecke sucht, um dich zu finden. Die Pharisäer hingegen, denen Jesus dieses Gleichnis erzählt, waren mit ihren Nasen stets sehr weit oben. Von dort konnten sie sich zwar vermeintlich mit Gottes Wort auseinandersetzen – doch verlorene Menschen fanden sie mit dieser Haltung nicht. Die Frau im Gleichnis, die ihre Münzen verloren hatte, zündet zunächst eine Lampe an, um danach zu suchen. In einer älteren Bibelübersetzung lesen wir außerdem, dass sie einen Besen zur Hilfe nahm, um nach den Münzen zu suchen. Worauf sie sich dabei konzentriert hat, war mit Sicherheit das klirrende Geräusch, wenn die Münze auf dem Steinboden umher geschoben wird. Eine dienende Haltung bedeutet, zu suchen und den Schmerz wahrzunehmen. Es reicht nicht nur, von oben darauf zu schauen – wir müssen uns bis ganz nach unten beugen, um die Menschen zu finden, die die Liebe Jesu‘ am dringendsten brauchen.

Das ist die Haltung, die euren Umgang miteinander bestimmen soll; es ist die Haltung, die Jesus Christus uns vorgelebt hat. Er, der Gott in allem gleich war und auf einer Stufe mit ihm stand, nutzte seine Macht nicht zu seinem eigenen Vorteil aus. Im Gegenteil: Er verzichtete auf alle seine Vorrechte und stellte sich auf dieselbe Stufe wie ein Diener.

Philipper 2:5-7

Kurz zusammengefasst:

  • Jesus für führt uns zu Menschen aus Liebe – nicht aus DNA
  • Durch das Blut Jesu‘ sind wir vergeben, aber durch die Liebe Gottes sind wir Familie
  • Jesus führt uns zu Menschen, die seine Liebe praktisch sehen und verstehen wollen
  • Jesus nachzufolgen bedeutet, dass wir oft die Kosten übernehmen – es kostet dich Komfort, Geld, Zeit & Energie

Dom endete diese Predigt mit einem Gedicht von Mutter Teresa:

Menschen sind oft unvernünftig, unlogisch und Ich-bezogen – vergib ihnen dennoch.
Wenn Du freundlich bist, kann es sein, dass andere Dir eigennützige Motive und Hintergedanken vorwerfen – sei dennoch freundlich.
Wenn Du erfolgreich bist, gewinnst Du möglicherweise einige falsche Freunde und einige regelrechte Feinde – sei dennoch erfolgreich.
Wenn Du ehrlich und offen bist, kann es sein, dass andere Dich übers Ohr hauen – sei dennoch ehrlich und offen.
Was Du jahrelang aufgebaut hast, kann ein anderer über Nacht zerstören – baue es dennoch auf.
Wenn Du gelassen und glücklich bist, kann es sein, dass andere eifersüchtig sind – sei dennoch glücklich.
Das Gute, das Du heute tust, werden die Leute morgen oft schon vergessen haben – tue dennoch Gutes.
Gib der Welt das Beste, das Du hast, auch wenn es nie genug sein wird – gib der Welt dennoch dein Bestes.
Letztendlich ist alles eine Sache zwischen Dir und Gott; es war ohnehin nie eine Sache


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