Die ungewöhnliche Ankunft Gottes

Die ungewöhnliche Ankunft Gottes

von | Dez 14, 2017

Lukas 2, 1-14: Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger von Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war, 5auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die ward schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, da sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und siehe, des HERRN Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des HERRN leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der HERR, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. 

Mit diesen Versen stieg Dom am vergangenen Sonntag in seine Predigt zum Thema „die ungewöhnliche Ankunft Gottes“ ein und wagte dann einen drastischen Szenenwechsel: Er erzählte von der Geburt seiner Söhne. „Stellt euch einen wunderschönen Sonnenuntergang mit vielen verschiedene Farben über dem Meer vor. Auf einmal reißt der Himmel auf, der Mond fällt runter und es ist von jetzt auf gleich Nacht. Ungefähr so fühlt sich eine Geburt an.“, beschrieb er.

Wieso kam Jesus ganz normal auf unsere Welt? Die Menschen damals hatten eine ganz andere Erwartung. Sie dachten, dass der Himmel sich öffnet und ein großer, gut gebauter, junger Mann zur Erde runter schwebt. Doch in Wirklichkeit kam Jesus als kleines Baby zu uns. Er kam als ein zerbrechliches Baby auf unsere Welt, nicht als starker, erwachsener Mann. Ein weiteres Beispiel für die bizarre Ankunft Gottes: Viele Menschen konnten einfach nicht glauben, dass Maria von Gott geschwängert wurde. Sie war damals ein unverheirateter Teenie, sie wurde oft missverstanden und verurteilt dafür, dass sie schwanger war. Wieso hat Gott diesen Weg gewählt, um seinen Sohn auf die Erde zu schicken? Genauso hätte Gott dafür sorgen können, dass für Maria und Josef platz in einer Herberge ist, doch statt dessen gebar Maria in einer Scheune und legte Jesus in eine Futterkrippe.

Jesus ist für uns Menschen gekommen

Für all jene, die sich nicht wertvoll fühlen. Für die, die missverstanden oder ausgelacht werden. Für die Schwachen, Zerbrochenen, Kranken, Traurigen. Deshalb hat Gott diesen Weg gewählt.
Ebenfalls dachten die Menschen damals, dass es jeder sofort wüsste, wenn Jesus zur Welt kommt, dass es eine große Ankündigung gäbe. Doch auch das lief alles anders ab. Ein Engel erschien den Hirten und teilte ihnen die Geburt von unserem Retter mit. Erst war es einer, dann ein ganzes Heer von Engeln. Warum teilten die Engel es ausgerechnet den Hirten mit? Hirten wurden damals ausgeschlossen, weil sie unrein waren, sie hatten kein Ansehen, sie durften nicht in die Kirche gehen. Außer ihren Hirtenkollegen und Schafen hatten sie keine Freunde und sie waren Diebe. Es ist einfach der Wahnsinn, dass Gott die Geburt als erstes den Menschen mitteilte, die von der Gesellschaft ausgestoßen wurden. Das ist ein Zeichen dafür, dass Jesus für die Menschen gekommen ist, die sich gering geschätzt und verachtet fühlen. In Vers 4 steht geschrieben, dass Josef aus der Familie Davids stammt. David war damals nicht nur der größte König, der jemals gelebt hat, er war ein Mann nach Gottes Herzen und vor seiner Herrschaft ebenfalls ein Hirte. Und die Hirten haben damals alles für ihre Schafe gemacht. Beispielsweise sind sie nachts stundenlang Kreise um ihre Herde gezogen, um sie zu beschützen. Oft gab es nämlich keine Zäune oder sonstiges, die die Schafe vor Bären, Wölfen oder anderen wilden Tieren beschützen würden. In einigen Geschichten sind die Hirten sogar umgekommen, da sie die Angreifer nicht bekämpfen konnten.

Die Aussage dieser Geschichte ist, dass das Baby, welches in dieser Krippe liegt, kein Diktator ist, kein Herrscher, der in irgendeinem Palast wohnt, sondern ein Hirtenkönig. Jesus sagt selber: Ich bin der Hirte und ihr meine Schafe. Das ist die Beziehung, die Jesus uns geben möchte.

Ist es nicht der Wahnsinn, dass Gott durch die Engel gesprochen hat? Sie riefen, dass Gottes Herrlichkeit ab jetzt groß ist, die Zeit gekommen ist, an dem Friede auf die Menschen der Welt gesandt wird, die er erwählt und geliebt hat. Die Hirten dachten nun, dass sie nicht gut genug für Gott sind und seine Liebe nicht verdient haben. Sie wussten, dass sie Sünder waren und Gott nicht gerecht wurden. Denn damals war der einzige Weg, Gott „fröhlich zu machen“, die 10 Gebote zu 100 Prozent zu erfüllen. Aber das war gar nicht möglich, die Menschen waren dafür nicht gut genug. Die Hirten dachten, sie seien nicht gut genug. Und die Message hinter der Geschichte ist, dass Jesus für die Menschen gekommen ist, die genau wissen, dass sie nicht gut genug sind. Wenn du dein Leben in Jesus Hände gibst, dann passiert etwas Unglaubliches. Und wenn Gott dich anschaut, dann strahlt er, weil er Jesus sieht. Er war der einzige Mensch auf dieser Welt, der sündenfrei gelebt hat und nach Gottes Vorstellungen perfekt war. Das Leben, das wir hätten versuchen sollen zu leben, hat Jesus für uns geben. Er ist für uns gestorben, um uns die Chance zu geben, mit Gott in eine Beziehung zu kommen.

Die „unspektakulär spektakuläre“ Ankunft verrät uns ein wenig über den Charakter von Jesus. Lukas erzählte von Kaiser Augustus, der von vielen als Kaiser des Friedens angesehen wurde. Es gab Leute, die in Dörfer vorgeritten sind, nur um seine Ankunft zu verkünden. Die Menschen sahen Kaiser Augustus als Retter an, trotzdem war ein Diktator, der seine Macht missbraucht hat. Das wird beispielsweise daran deutlich, dass er zum Zeitpunkt der Geburt Christi auf die Auswertung der Volkszählung wartete, um zu wissen, wie viele Menschen er regierte. Lukas möchte mit seiner Geschichte zeigen, dass Jesus anders ist, als alle anderen Kaiser, die jemals regiert haben.

Gott ist mit seiner endlosen Liebe für Jene da, die kraftlos sind. Die selbst wissen, dass sie es nur mit Gottes Hilfe packen. Wir sind so fehlerhaft, dass wir diese Geborgenheit in Jesus brauchen. Er verändert unsere Identität, unser Handeln und unseren Charakter. Aus eigener Kraft schaffen wir das nicht.

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