Beziehung(s)weise | Der Beziehungsgott

In unserer neuen Predigtserie „Beziehung(s)weise“ geht es darum, wie wir weiser in unseren Beziehungen werden können. Im ersten Teil der Serie dreht sich alles um DICH selbst – denn eine Beziehung zu anderen Menschen kann nur funktionieren, wenn man mit sich im Reinen ist.

Matthäus 22 34-40: Als die Pharisäer hörten, wie Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, dachten sie sich eine neue Frage aus, um ihm eine Falle zu stellen. Ein Gesetzeslehrer fragte ihn: »Lehrer, welches ist das wichtigste Gebot im Gesetz Gottes?« Jesus antwortete ihm: »›Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe und mit deinem ganzen Verstand.‹ Das ist das erste und wichtigste Gebot. Ebenso wichtig ist aber ein zweites: ›Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.‹ Alle anderen Gebote und alle Forderungen der Propheten sind in diesen beiden Geboten enthalten.«

Die Einstellung der Menschen zum Thema Beziehung, besonders zum Thema Ehe, hat sich sehr stark geändert. 50% aller geschlossenen Ehen werden wieder getrennt. Viele wollen nicht einmal heiraten, wahrscheinlich weil sie niemanden kennen, bei dem der Bund der Ehe wirklich auf ewig hält.

Aber wenn die Beziehung zum eigenen Partner wirklich klappen soll, dann muss erst einmal eine andere Beziehung stark und zentral sein – die zu Gott. Denn Gott ist das Fundament aller Beziehungen, die wir führen.

Eine Beziehung bedeutet Arbeit: Man muss an sich arbeiten, denn eine gesunde Beziehung besteht aus gesunden Menschen. Diese drei Denkanstöße helfen dir, das noch besser zu verstehen:

1. Nicht nehmen, sondern werden.

Bestimmt hat der ein oder andere eine Art Liste, wie der perfekte Partner/ die perfekte Partnerin aussehen soll und welche Charakterzüge er/ sie besitzen soll. Doch kannst du hinter all deinen Anforderungen auch ein Häkchen setzen? Kann man Dinge in einem Partner suchen und erwarten, die man selbst nicht erfüllen kann?

Philipper 1, 6: Ich bin ganz sicher: Gott wird das gute Werk, das er bei euch angefangen hat, auch vollenden bis zu dem Tag, an dem Jesus Christus kommt. 

Epheser 2, 10: Wir sind ganz und gar Gottes Werk. Durch Jesus Christus hat er uns so geschaffen, dass wir nun Gutes tun können. Er hat sogar unsere guten Taten im Voraus geschaffen, damit sie nun in unserem Leben Wirklichkeit werden. 

Manchmal treffen wir auf Menschen, die wir sehr mögen und von denen wir denken, es kann sich eine tolle freundschaftliche Beziehung entwickeln. Doch dann merkt man schnell, dass diese Person einen nicht so nehmen wird, wie man ist und sie dich vielleicht sogar von deinem eigentlichen Weg abbringt. Verbiege dich nicht, nur um einem Menschen zu gefallen. Gott formt dich gerade in der Zeit, in der du glaubst, auf den Richtigen oder die Richtige zu warten. Aber: Warte nicht ab, du stehst nicht an einem Stopschild! Entwickle dich weiter, so wie Gott es für dich geplant hat.

Denn sonst steht Irgendwann eine Person vor dir, die alle Kriterien deiner Liste erfüllt, doch du bist nicht bereit. Du bist nicht der Mensch, den der andere sucht. Daher lasse dich nicht von deinem Weg abbringen und entwickle dich weiter, lasse dich von Gott formen.

2. Nicht sich verlieben, sondern entscheiden.

Das hört sich im ersten Moment komisch an, doch das ist ein wichtiger Punkt. Wir Menschen sind sehr gut darin, uns zu verlieben. Allerdings auch sehr schlecht darin, verliebt zu bleiben. Irgendwann sind die Schmetterlinge, die anfangs alles toll erscheinen lassen, verflogen. Viele Ehen und Beziehungen gehen daran kaputt, denn wieso sollte man eine Beziehung führe, ohne ineinander verliebt zu sein?

Gefühle sind wichtig, ganz klar. Allerdings ist ein Versprechen, wie das Eheversprechen, ebenso wichtig. Dort verspricht man, sich in guten wie in schlechten Zeiten zu lieben. Und dies bedeutet, wenn man gemeinsam eine schlechte Zeit durchmacht, sich nicht zu trennen. In solchen Momenten ist Beziehung eine Entscheidung. Man entscheidet sich dafür, die andere Person zu lieben und ihr beizustehen.

Liebe ist geduldig. Eine schöne Bibelstelle dazu findest du in 1. Korinter 13.

3. Nicht sich verstecken, sondern heil werden.

Jeder von uns hat einen Rucksack voller Probleme – einige haben einen Größeren, andere einen Kleineren. Wir nehmen diesen Rucksack voller Probleme mit in eine Beziehung und das macht es so schwer für immer zusammen zu sein. Dabei hat Gott uns genau dafür geschaffen: Zusammensein. Das Einzige, was Gott an der Schöpfung des Menschen nicht gefiel, war die Tatsache, dass Adam zunächst allein war. Das hat er umgehend geändert und ihm Eva zur Seite gestellt (1. Mose 3).

Der Psychologe Bill Lokey hat in einer Zeichnung dargestellt, wie wir uns über die verschiedenen Phasen unseres Lebens entwickeln.

Ganz innen ist DAS ICH. So sind wir auf die Welt gekommen, so hat Gott uns geschaffen. In unserer Kindheit zeigen wir uns, wie Gott uns geschaffen hat. Doch irgendwann kommt der Scham, die 1. „Schale“ dazu. Wir schreiben beispielsweise eine schlechte Schulnote oder verlieren ein Fußballspiel – und beginnen, uns zu schämen. Und jedes mal, wenn uns so etwas Unangenehmes passiert, wächst diese Schale.

Im Erwachsenenalter schlüpfen wir dann in ein Kostüm, die äußerste Schale. Wir wollen unseren Scham und Schwächen verbergen und geben uns anders, als wir in Wahrheit sind. Wir denken, dass wir so von den anderen angenommen und gemocht werden.

Doch Gott möchte, dass wir dieses Kostüm ablegen und uns nicht länger schämen. Er will uns Heilung von genau den Dingen schenken, die verursachen, dass wir uns schämen. Nur so kann er DAS ICH präsentieren, welches er geschaffen hat. Vertraue auf Gott und lege dein Kostüm ab, damit er ich formen kann.

Du beeindruckst Menschen mit deinen Stärken, verbindest dich mit ihnen durch deine Schwächen!

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