CULTURE SHOCK Teil 6 | Geistliche Disziplin – Stay filled!

Wenn dich die Stewardess einer kleinen Propeller-Maschine bittet, dich auf Anordnung des Piloten umzusetzen, um die Maschine „auszubalancieren“, dann weißt du: Es ist Zeit! Zeit, für Sport und ein Höchstmaß an Disziplin – denn auf deinem nächsten Flug bist DU nicht derjenige, der die Maschine mit seinem Gewicht ausbalancieren wird. Eine wahre Geschichte, die Dom im vergangenen Jahr widerfahren ist. Seitdem macht er Crossfit und lässt sich wöchentlich von einem strengen Coach zu rekordverdächtigen Höchstleistungen anspornen… (wenn ihr euren Pastor liebt, sagt ihm bei Gelegenheit, dass es sich lohnt!)

Ein Coach ist eine gute Sache, wenn man in einer Sache voran kommen, Dinge tun und Leistung erbringen möchte. Doch Gott ist nicht wie ein Coach. Er schlendert nicht mit Trillerpfeife an dir vorbei und sagt dir, wie lange und intensiv du heute zu beten hast. Gott möchte zuallererst eine persönliche Beziehung zu dir. Er möchte dich kennen und dass du ihn kennenlernst. Das erfordert eine andere Art von Disziplin.

Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen sei, um das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, um aufzulösen, sondern um zu erfüllen!

Matthäus 5:17

Bevor du weiterliest, widme deine Aufmerksamkeit bitte dieser Begegnung von Jesus mit der ersten, wirklichen „Desperate Houswive“ in Johannes 4:4-29.

Hier kommt ein wenig Hintergrundwissen zu dieser Story: Jesus reiste durch Samarien – eine Stadt, die man eigentlich zu seiner Zeit um jeden Preis mied als Jude. Dort angekommen setzt er sich in der glühenden Mittagssonne an einen Brunnen und selbstverständlich hat er auch keinen Eimer zur Hand, um Wasser zu schöpfen. Am Brunnen ist niemand um diese Zeit, dafür ist es einfach zu heiß. Nur die Samariterin kommt vorbei. Warum? Sie nutzt diese Zeit zum Wasserholen, weil sie nicht gesehen werden möchte. Sie schämt sich für ihren gesellschaftlichen Status. Doch an diesem Tag sitzt da ein Fremder und redet von „lebendigem Wasser“. Jesus Worte, die für uns heute so weise und einleuchtend klingen, müssen für die Frau höchst dubios gewirkt haben, oder? Doch sie ist weder auf den Kopf noch auf den Mund gefallen, denn als Jesus auf ihren unmoralischen Lebensstil zu sprechen kommt, antwortet sie:

Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist! Unsere Väter haben auf diesem Berg angebetet, und ihr sagt, in Jerusalem sei der Ort, wo man anbeten soll.

Johannes 4:19-20

Damit lenkt sie von sich ab und bringt ein zur damaligen Zeit höchst prekäres Thema ins Spiel: Berge. Jawohl, Berge. Denn es herrschte große Uneinigkeit darüber, auf welchem Berg die Menschen ihren Gott anzubeten hatten. Im alten Testament ist von vier wichtigen Bergen die Rede:

  • Berg Morija, der Berg des Opfers
  • Berg Sinai, auf dem Mose die 10 Gebote erhielt
  • Berg Garizim, der Berg des Segens
  • Berg Ebal, der Berg des Fluches

Die Samariter waren überzeugt, sie müssten auf dem Berg Garizim Gott anbeten, die Juden hingegen hielten den Berg Ebal für den richtigen Ort. Jesus hat eine klare Antwort für sie:

Jesus spricht zu ihr: Frau, glaube mir, es kommt die Stunde, wo ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. (…) Aber die Stunde kommt und ist schon da, wo die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden; denn der Vater sucht solche Anbeter.

Johannes 4:21; 23

Diese Berge stehen für vergangene Jahrtausende, in denen Menschen von Gott Anweisungen und Gesetze auf Bergen empfangen haben. Doch mit Jesus hat sich das verändert: Gott sucht Menschen, die im Geist und in der Wahrheit anbeten werden – dafür braucht es keinen Berg im klassischen, felsigen, unbeweglichen Sinne mehr. Lies Hebräer 12:18-23

Der Berg Zion, von dem hier die Rede ist, steht für Jesus selbst. Er ist der 5. Berg in unserer Reihe und „5“ ist die Zahl der Gnade in der Bibel. Und dieser Berg, also Jesus selbst, kommt zu dir. Er hat das Gesetz gefüllt, hat alles auf sich genommen. Die Samariterin muss auf keinen Berg, um Gott anzubeten und zu finden. Der Berg kommt zu ihr! Und zwar ganz EGAL wie gering, unbedeutend oder unwürdig sie sich fühlte. Johannes der Täufer prophezeite aus dem Buch Jesaja:

So erfüllte sich, was im Buch des Propheten Jesaja steht: »Jemand ruft in der Wüste: ›Macht den Weg frei für den Herrn! Räumt alle Hindernisse weg! Jedes Tal soll aufgefüllt, jeder Berg und Hügel abgetragen werden, krumme Wege sollen begradigt und holprige Wege eben werden! Dann werden alle Menschen sehen, wie Gott Rettung bringt!‹«

Lukas 3:4-6

Jesus demonstriert seine Liebe zur Menschheit durch diese Begegnung mit der Samariterin am Brunnen. Und sie, von Grund auf verändert durch diese Begegnung, geht zurück in ihr Dorf und berichtet von dem, was sie erlebt hat. Sie lässt sich von Gott gebrauchen als lebendiges Zeugnis und in Konsequenz kommt das ganze Dorf zum Glauben.

Wenn wir uns also an unseren Ausgangspunkt erinnern, „Geistliche Disziplin: Stay filled“ dann bleibt nur noch zu klären, worin unsere Disziplin besteht. Wir brauchen Disziplin, um uns immer und immer wieder daran zu erinnern und uns bewusst zu machen, wer die Quelle eines erfüllten Lebens ist: Jesus. Er hat alles gegeben, damit du gerettet, heil und in Freiheit leben kannst. In unserem hektischen Alltag, in dem ein Highlight das nächste Lowlight und umgekehrt jagt, vergessen wir das schnell. Deshalb brauchen wir Momente und Zeiten in unserem Alltag, in denen wir, so wie die Samariterin, zu Jesus kommen und (neu) verstehen, dass er das lebendige Wasser für uns hat, das auch in uns zu einer Quelle wird, die bis ins ewige Leben quillt. (Johannes 4:14)

Du möchtest mehr über unsere Culture Points erfahren? Alle Predigten zur Serie CULTURE SHOCK haben wir im Podcast und Blog für dich bereit gestellt. Außerdem kannst du hier noch einmal alle 7 Culture Points nachlesen.

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