CULTURE SHOCK Teil 3: Pray First – Erwarte Großes

„Gebet ist nicht unser letzter Rettungsanker ist, den wir auswerfen, wenn alles zu spät zu sein scheint – Gebet ist unsere erste Antwort!“ Am Sonntag hat David uns mit seiner starken Message zum Thema PRAY FIRST herausgefordert, zu verstehen, warum Gebet für Jesus so wichtig war, denn „das Warum von Jesus sollte auch unser Warum sein“.

PRAY FIRST – ERWARTE GROSSES ist einer unserer sieben Culture Points und wir sind inmitten unserer Predigtserie CULTURE SHOCK. Als Kirche wollen wir bewusst in unsere Kultur investieren und sie nicht einfach entstehen lassen, denn wir glauben, dass Kultur einen ganz entscheidenden Platz einnimmt, wenn wir Gottes Reich bauen. Für eine Kultur, die Jesus ehrt und in den Mittelpunkt stellt, ist PRAY FIRST als Culture Point nicht nur unverzichtbar, sondern eine logische Konsequenz aus Gottes Wort.

Warum war Gebet für Jesus so wichtig?

Als Johannes wieder einmal viele Menschen taufte, kam auch Jesus und ließ sich taufen. Während er betete, öffnete sich der Himmel und der Heilige Geist kam wie eine Taube sichtbar auf ihn herab. Gleichzeitig sprach eine Stimme vom Himmel: Du bist mein geliebter Sohn, über den ich mich von Herzen freue.

Lukas 3:21-22

Mit diesen Versen wird im Lukas Evangelium der Start von Jesus‘ öffentlichem Wirken beschrieben. Was für ein Commitment von Gott zu seinem Sohn, oder? Man könnte meinen: Jetzt legt er richtig los. Eine Heilung hier, ein Wunder da… Aber nein, wenn wir an dieser Stelle in Lukas weiter lesen (nimm dir die Zeit und klick hier!), stellen wir fest: Jesus zieht sich zuallererst 40 Tage in die Wüste zurück, um zu beten und zu fasten. Das war seine Priorität – obwohl er zu diesem Zeitpunkt nur noch ca. 3 Jahre zu leben und einen wirklich krassen Auftrag hatte. Man könnte also sagen: Jesus war zu diesem Zeitpunkt extrem busy. Und doch betete er zuerst. Warum? David hat für uns drei Punkte heraus gestellt, die diese Frage beantworten.

1. Jesus hat in dem Bewusstsein gebetet, dass Gott ihn hört

In „erhören“ steckt „er hört“ und ja: Gott hört uns, wenn wir beten. Doch wenn wir ehrlich sind, zweifeln wir genau daran besonders oft und fragen uns, ob unser Gebet zu unwichtig oder zu klein ist, richtig? Doch Gebet hat Kraft! David hat uns das Bild von „Gebet wie Weihrauch“ mit auf den Weg gegeben: Wie Weihrauch steigt unser Gebet zu Gott auf, es verflüchtigt sich nicht einfach.

Bittet Gott, und er wird euch geben! Sucht, und ihr werdet finden! Klopft an, und euch wird die Tür geöffnet! Denn wer bittet, der bekommt. Wer sucht, der findet. Und wer anklopft, dem wird geöffnet. Matthäus 7:7

Bitten, Suchen, Anklopfen – unser Gebet bewirkt etwas bei Gott: Als Kirche wollen wir zuerst beten, weil wir glauben dass Gebet das Herz Gottes in Bewegung setzt und dadurch Kraft hat.

Was wir in der Bibel allerdings nicht lesen ist „Gott erhört jedes deiner Gebete sofort und unverzüglich und zu deinen Bedingungen.“ Das wirst du sicher schon einmal festgestellt haben ;) Gott ist kein Wunschautomat.

David erzählte an dieser Stelle dass wir (ich schreibe „wir“, weil ich schöner Weise mit ihm verheiratet bin) gerne in unser eigenes Haus ziehen würden. Ein Wunsch, der angesichts der Immobilienpreise in der Region so gut wie unmöglich scheint, außer man ist ein talentiertes Do-It-Yourself Genie, das aus einer überteuerten, sanierungsbedürftigen Bruchbude ein bewohnbares Einfamilienhaus erschafft. Ihr ahnt es: Das sind wir nicht. Doch David hat sich entschieden, für unser „Traumhaus“ zu beten. „Ich möchte nicht eines Tages vor Gott stehen und er sagt mir: Ich hätte dieses Haus für dich gehabt – aber du hast ja nie gefragt.“ Ob Gott uns ein Haus „schenken“ wird? Keine Ahnung. Doch das ist keineswegs beunruhigend, wenn wir uns eines bewusst machen und darauf vertrauen: Gott weiß, was wir brauchen und wann wir es brauchen. Er kennt das Gesamtbild und wenn ein Haus nicht Teil dieses Gesamtbildes ist, dann ist das o.k.

2. Jesus hat erwartet, dass Gott zu ihm spricht

Ist unser Gebet nicht ganz oft nach folgendem Muster aufgebaut? „Bitte, bitte, bitte, bitte, bitte… danke. Amen.“ Wir laden alles bei Gott ab, mit etwas Glück hört er ein Danke von uns und dann, genau dann, wenn er zu Wort kommen möchte, schließen wir mit einem beherzten AMEN. Doch Gebet ist Kommunikation – und die funktioniert nicht nur in eine Richtung.
Er entfernte sich ein kleines Stück von ihnen, kniete nieder und betete

„Vater, wenn es dein Wille ist, dann lass diesen bitteren Kelch des Leidens an mir vorübergehen. Aber nicht was ich will, sondern was du willst, soll geschehen.“ Da erschien ein Engel vom Himmel und gab ihm neue Kraft. Jesus litt Todesängste und betet so eindringlich, dass sein Schweiß wie Blut auf die Erde tropfte.

Lukas 22:41-44

Diese Situation beschreibt Jesus‘ Gebet am Vorabend seiner Kreuzigung. Trotz der Todesangst und dem großen Druck, unter dem er stand, gab es Gott, seinem Vater, Raum: „Aber nicht was ich will, sondern was du willst, soll geschehen.“ Er war bereit, Gott sprechen zu lassen und zu hören.

Als Kirche wollen wir zuerst beten, weil wir Gott den Raum geben wollen, zu uns zu sprechen.

Für Jesus war Gebet Beziehung zu seinem Vater

Als Kirche wollen wir zuerst beten, weil es Ausdruck unserer Haltung ist, die Beziehung zu Gott an allererste Stelle zu setzen!

Gebet ist nicht gleich Gebet. Das spürten auch schon Jesus Jünger vor über 2.000 Jahren. „Herr, sag uns doch, wie wir beten sollen.“ (Lukas 11:1) Die Jünger kannten Gebet, es war ihnen nicht fremd. Und doch, was an der Art, wie Jesus betete, etwas für sie anders – etwas, das sie auch wollten. War es diese ganz tiefe, persönliche Beziehung, die Jesus zu Gott hatte? Das bedingungslose Vertrauen? Die Hingabe?

Beim Gebet geht es um dich und Gott. Es ist nicht wichtig, wie perfekt dein Gebet formuliert ist und wer es hört. Es geht darum zu wissen dass Gott dich sieht, wenn dich sonst keiner sieht. Es geht darum das Gott dein Herz wichtig ist, wenn Andere das Äußere beurteilen. Es geht um deine Beziehung zu Gott.

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